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Thripse

  • Fransenflügler (Thysanoptera), auch Thripse oder Blasenfüße gehören zu den Insekten. Den Namen Fransenflügler tragen sie wegen ihrer langen Haarfransen an den Flügelrändern. Es gibt weltweit etwa 5.500 Arten, von denen etwa 400 in Mitteleuropa und 214 in Deutschland vorkommen. Der Name „Blasenfüße“ kommt von lappenartig verbreiterten Strukturen an den Endgliedern der Füße. Diese können durch Druckerhöhung ballonartig ausgestülpt werden und werden durch eine Drüse mit Flüssigkeit benetzt. Sie dienen als Haftapparat an glatten Oberflächen. Als Trivialnamen sind folgende Namen gebräuchlich:  Gewitterfliegen, Gewittertiere, Gewitterwürmchen, Hommelmösche, Flimmerchen, Wettergeisterlein, Putsigel, Knaupanne oder Schwarze Fliege.
    Thripse sind kleine, meist nur 1-2 mm lange, schlank gebaute Insekten mit zwei Paar gefransten Flügeln. Sie besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, beim Einstich in das Zellgewebe wird der Zellinhalt aufgezogen. In die Zellen dringt Luft ein, sie erscheinen deshalb silbrig-glänzend. Thripse sind größtenteils Pflanzensauger, es gibt aber auch einige räuberische Arten.
    Die pflanzenschädigenden Thripse legen ihre Eier mit einem Legebohrer in Blätter oder andere Pflanzenteile. Die Entwicklung verläuft über zwei flügellose Larvenstadien bis zum erwachsenen Tier. Dazwischen liegen zwei bis drei Nymphenstadien, die schon die sogenannten Stummelflügel besitzen. Die ersten Larvenstadien und die Adulten sind sehr beweglich, während die Nymphen zum Teil in unbewegliche Ruhephasen gehen. Die Dauer der Entwicklung ist stark temperatur- und lichtabhängig. Unter gleichmäßig günstigen Gewächshausbedingungen kann je nach Art mit 10-12 Generationen im Jahr gerechnet werden.
    An Orchideen können verschiedene Arten schädigend werden:
    Kalifornischer Blütenthrips: Häufigste Art in Gewächshäusern, sehr polyphag. Die erwachsenen Tiere sind etwa 2 mm lang, hellgelb bis braungelb gefärbt, die Larve ist meist goldgelb. Der Entwicklungszyklus umfasst zwei Larven- und zwei Nymphenstadien. Bei einer Temperatur von 20 °C bis 30 °C dauert er ungefähr 2-3 Wochen. Die Art lebt meist in Blüten, ist aber auch in der Lage an Blättern einen sprunghaften Populationsaufbau zu betreiben, in dessen Folge starke Schädigungen an allen oberirdischen Pflanzenteilen auftreten können. Die Thripsart ist Überträger des an Phalaenopsis vereinzelt vorkommenden Tomatenbronzeflecken-Virus. Gegen Insektizide können relativ schnell Resistenzen aufgebaut werden.
    Zwiebel- oder Tabakthrips ( Thrips tabaci Lind.): Sehr polyphage, häufig vorkommende Art, Gewächshäuser werden häufig aus dem Freiland besiedelt. Die erwachsenen Tiere sind 1-1,3 mm lang, graugelb bis braun, teilweise fast schwarz gefärbt, die Larven weißlich bis gelb.
  • Thripse stechen in die Blattzellen der Orchideen ein, und saugen sie leer. Dadurch dringt Luft in die Zelle ein, und die Blätter bekommen ein silbriges Aussehen. Bei einigen Thrips-Arten kommt es zu starken Deformationen und Wachstumsstockungen. Blütenthripse verursachen verkrüppelte Knospen, zerfressen und vertrocknet aussehende Blüten. Bei starkem Befall sind neben den silbrig-glänzenden Aufhellungen auch schwarze Kottröpfchen zu erkennen.

    Besonders häufig tauchen Thrips bei Phalaenopsis, Miltonia, Cymbidium, Masdevallia, Dracula und deren verwandte Gattungen auf.

  • Biologisch
    Thripse mögen trockene Luft, und leichte, ständige Luftbewegung. Daher gilt es als Erstes, diese Bedingungen abzustellen. Die Pflanzen können auch bei leichtem Befall mit einer leichten Seifenlauge abgewaschen werden.
    Im professionellen Gartenbau können Raubmilben eingesetzt werden. Wichtig ist, das dabei auch Futter für die Raubmilben gereicht wird, damit sie Pausen in den Entwicklungstadien der Thripse überstehen.
    In der biologischen Bekämpfung hat sich Bayer Bio Schädlingsfrei AF als erfolgreich gezeigt.
     
    Chemisch
    Bei starkem Befall empfiehlt sich die chemische Bekämpfung. Aber die Ursachen für einen erneuten Befall gehören abgestellt: Zugluft und gleichmäßige Thermik gehört vermieden, die Luftfeuchte sollte erhöht werden.
    Neben BAYER Orchideen Schädlingsfrei AF bei leichtem Befall kann bei mittelschwerem, hartnäckigem Befall Pyreth Natur-Insektizid eingesetzt werden. Bei ganz schwerem Befall empfehlen wir Danadim® Progress Universal-Insektizid (Gefahrensymbole Xn, N) mit systemischer Wirkung.
    Da Thripse sich schnell vermehren, ist auf jeden Fall bei starkem und hartnäckigen Befall ein Wirkstoffwechsel vorzunehmen, da leicht Resistenzen auftreten können.
  • Die Textscans dienen ausschließlich zur Unterhaltung, und die Anleitungen sollten auf gar keinen Fall kopiert oder nachgemacht werden. Diese Rezepte aus der Vergangenheit haben häufig zu starken, gesundheitlichen Schäden geführt.


    Bild 1
    nach Franz JOST, Obergärtner bei Seiner Exzellenz dem hochgeborenen Herrn Herrn Franz Grafen von Thun-Hohenstein zu Tetschen an der Elbe in Böhmen; corespondierendem Mitgliede der Gartenbaugesellschaft zu Paris, Berlin und Frauendorf; wirkendem Mitgliede der f.f. Gartenbaugesellschaft zu Wien, Prag und Leipzig, so auch Besitzer der kleinen goldenen Wiener Gartenbaugesellschaft. Prag 1851
    Bild 2
    BURBIDGE, Die Orchideen, 1882

    Bild 3
    M. LEBL, Fürstlicher Hofgärtner in Langenburg, Ritter des Friedrichordens II.Cl., Redakteur der "Illlustrirten Gartenzeitung" und Mitglied vieler Gartenbaugesellschaften des In- und Auslandes.

    Bild 4
    SCHLECHTER, 2. Auflage, 1927

    Bild 5
    SCHLECHTER, 1. Auflage, 1915

    Bild 6
    Nikotinwerbung im Gardners' Chronicle 1891.
    Man beachte: Der Tabak im Pflanzenschutz war steuerfrei