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  • Von den Tausendfüssern sind ca. 13.000 Arten bekannt. Ca. 10.000 davon sind pflanzenfressende Doppelfüßer, ca. 3000 sind fleischfressende Hundertfüßer. Des weiteren gibt es noch die kleinen Gruppen Zwergfüßer und Wenigfüßer.
    Die pflanzenfressenden Doppelfüsser ernähren sich zumeist von organischem Material, sehr selten wird lebendes Pflanzenmaterial genommen, grüne Pflanzenteile werden gar nicht gefressen.
    Obwohl sie als Schädling in erster Linie im Gemüsebau eine Rolle spielen, gibt es 3 Arten, die auch sehr selten auch bei den Orchideen vorkommen.
    Der getüpfelte Tausendfuß (Blaniulus guttulatus) ist weiß bis gräulich gefärbt und kann bis 2cm lang werden. Sie leben im Boden und rollen sich zur Verteidigung zusammen. Diese Art kann Wurzeln anfressen.
    Der aus Japan und angrenzenden tropischen Regionen stammende Gewächshaustausendfuß (Oxidus gracilis) ist nur sehr selten zu finden.  Er wird bis 2,5cm lang, ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt und hat im ausgewachsenen Stadium 20 Körpersegment. Er kann die Wurzeln anfressen.
    Der Vollständigkeit halber sollte auch der Gewächshauszwergfüßer Scutigerella (Scolopendrella) immaculata erwähnt werden. Er wird bis 6mm lang, ist weißlich hat nur ein Beinpaar je Körpersegment. Er zersetzt gerade bei torf- oder kokoshaltigen Substraten die Erde und wandelt sie zu Humus um. Da er es sehr feucht braucht, ist er durch Durchtrocknen des Substrates einfach zu bekämpfen.
  • Die meisten Tausendfüssler zersetzen bei starkem Befall das Substrat und wandeln es zu Humus um. So kann es zu einer Verdichtung kommen, in deren Verlauf Fäulnis an den Wurzeln auftreten kann. In nur ganz seltenen Fällen werden die Wurzelspitzen oder junge Pflanzenteile angenagt. Die Schädigung erfolgt meist durch eindringende Parasiten, nicht durch den Fraß selbst.

    Der Getüpfelte Tausendfüssler kann den Wurzelhals von Phalaenopsis Jungpflanzen annagen, gelegentlich bohrt er auch Löcher in die Wurzeln. Auch hier entsteht der Hauptschaden durch evtl. eindringende Bodenpilze, insbesondere bei Substratvernässung.

  • Im professionellen Gartenbau werden Tausendfüssler zumeist biologisch bekämpft. Dazu werden Nematoden (Steinernema feltiae) gegossen, oder Raubmilben (Hypoaspis miles, Hypoaspis aculeifer) eingesetzt. Insbesondere die Raubmilben zeigen eine gute Langzeitwirkung.
    Für die Fensterbank gilt als oberstes Gebot Kontrolle. Der Einsatz von strukturstabilen Substraten verhindert die Entwicklung.
    Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Methiocarb kann ebenfalls eingesetzt werden, auch das Giessen der Pflanze mit handelsüblichen Insektiziden zeigt meistens einen guten Erfolg.

     

  • Bild 1: Tausendfüsser

    Bild 2: Gewächshaustausendfüssler Blantulus guttulatus
    Quelle:"Spotted snake millipede Blaniulus guttulatus" by Whitney Cranshaw, Colorado State University, Bugwood.org - http://www.insectimages.org/browse/detail.cfm?imgnum=5393517. Licensed under CC BY 3.0 via Commons.

    Bild 3: Gewächshauszwergfüsser Scutigerella (Scolopendrellaa) immaculata
    Quelle:
    « Scutigerella immaculata male » par authors: Ralf Janssen, Nikola-Michael Prpic and Wim GM Damen — Fig. 1 ofRalf Janssen, Nikola-Michael Prpic and Wim GM Damen (2006) A review of the correlation of tergites, sternites, and leg pairs in diplopods. - Frontiers in Zoology 2006, 3:2 doi:10.1186/1742-9994-3-2. Sous licence CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.

    Bild 4: Gewächshaustausendfuß Oxidus gracilis 
    Quelle:
    "Oxidusgracilis" by JCoelho - originally uploaded to Flickr as Oxidus gracilis. Licensed under CC BY 2.0 via Commons.

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  • In alten Fachzeitschriften finden sich immer wieder Hinweise auf den Einsatz von Kieselgur gegen Milben, Läusen, Tausendfüssler und viele andere Insekten an Tier und Pflanze, insbesondere an Bohnen.

    Kieselgur wird nicht gefressen, sondern wirkt physikalisch als Kontakt. Die Kieselalgen boren sich in die Körperoberfläche von Insekten und sorgen so für Ihr Austrocknen. Kieselgur wirkt nur in trockenem Zustand, in Zusammenhang mit Wasser soll es schwammig, pappig werden.

    Über den Einsatz von Kieselgur an Orchideen liegen keine Erfahrungen vor, daher auch Vorsicht!

    Kieselgur wird heute hauptsächlich im Heimtierbedarf angeboten, Süßwasserkieselgur sogar in "Lebensmittelqualität". Beim Googeln nach Erfahrungsberichten mit Kieselgur habe ich aber auch Hinweise darauf gefunden, dass das Einatmen des Kieselgurstaubes gesundheitsschädlich sein kann.