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  • Schwächeparasit, tritt meistens am Wurzelhals auf
    Besonders gefährdet: Alle Orchideengattungen
     
    Der Erreger der Weißfäule ist Sclerotium rolfsii, ein bodenbürtiger Pilz. Namensgebend ist die bei dieser Gattung das Sklerotium, eine bei Pilzen auftretende verhärtete Dauerform. Diese dichte Myzelmasse kann Kälte und Trockenheit für lange Zeit widerstehen, und fängt plötzlich, bei günstigen Bedingungen, wieder an zu wachsen.
    Sclerotium rolfsii liebt höhere Temperaturen, das Optimum liegt bei 27-30°C. Am häufigsten tritt er direkt am Wurzelhals bzw. Stammgrund auf, die Wurzeln werden nicht befallen. In kühlen und nassen Substraten entwickelt sich Sclerotium nicht.
  • Typisch für Sclerotium ist der schnelle Zusammenbruch der Pflanze. Die Befallstellen am Stammgrund sind zuerst matschig faul, bereits nach ganz kurzer Zeit werden die Pflanzen fahl und vertrocknen oder werfen die Blätter ab. Bei höheren Temperaturen und Luftfeuchtigkeit bilden sich an den Befallsstellen weißliche Myzele, aus denen später dunkelbraune, rundliche Sklerotien entstehen.

  • Sclerotium ist sehr schwierig zu bekämpfen, wirksame chemische Mittel sind nicht im Handel.
    Da Sklerotien unsichtbar in Substraten, Töpfen und anderen Kulturartikeln für lange Zeit überdauern können, ist Hygiene und Desinfektion unbedingt erforderlich.
     
    Es gilt ebenfalls, die Verbreitung über Gießwasser zu verhindern (Tropfenfall). Befallene Pflanzen sofort vernichten.
     
    Sclerotium kommt auf der Fensterbankkultur nur selten vor, ist meist ein größeres Problem bei der Kultur in Gewächshäusern, insbesondere bei Monokulturen (Pflege von nur einer Orchideengattung). Trotzdem kommt es vor, dass eine frischgekaufte Phalaenopsis, die offensichtlich frei von allen Schaderregern ist, nach kurzer Zeit auf der Fensterbank ohne erkennbaren Grund die Blätter abwirft. In den allermeisten Fällen sind die Sklerotien an dem übriggebliebenen Pflanzenrest zu sehen.
    Auch wenn es ärgerlich ist, Pflanze sofort wegwerfen, Übertopf reinigen, am besten sogar desinfizieren, und die gesunden Pflanzen nur mit gereinigten Händen anfassen.
  • Bild 1:
    Sclerotium an Cattleya
    Bild 2:
    Sclerotium an Paphiopedium
    Bild 3:
    Sclerotium an Phalaenopsis
    Bild 4:
    Sclerotium an Oncidium