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  • Die Familie der Schildläuse wird in 7 verschiedene Gruppen aufgeteilt:
    • Deckelschildläuse – Diaspididae
    • Pockenläuse – Asterolecaniidae
    • Röhrenschildläuse – Ortheziidae
    • Höhlenschildläuse – Margarodidae
    • Napfschildläuse – Coccidae
    • Eichennapfläuse – Kermesidae
    • Schmier- und Wollläuse – Pseudococcidae
    Die Schmier- und Wolläuse werden separat behandelt. Unter den Napfschildläusen werden die Deckel-und Napfschildläuse zusammengefasst.
    Von den 1100 Arten an Napfschildläusen kommen ca. 146 Arten in Europa vor und von den 1400 Arten an Deckelschildläusen sind es knapp über 200. Alle Arten sind Pflanzensauger, aber nur wenige kommen an Orchideen vor.
    Der Hauptunterschied zwischen Deckel- und Napfschildläusen bei unseren Orchideen ist der, das Deckelschildläuse keinen Honigtau absondern.
    Die Tiere sind durchschnittlich 1-3mm, weiß, grünlich, ocker oder bräunlich. Männchen sind gelegentlich mit Flügeln versehen und nur selten zu finden. Napf- und Deckelschildläuse vermehren sich sowohl geschlechtlich als auch durch Jungfernzeugung (Parthenogenese = die Weibchen bringen lebendige, befruchtete Weibchen zur Welt).
    Bei der geschlechtlichen Entwicklung durchlaufen Männchen und die immer ungeflügelten Weibchen verschiedene Umwandlungsformen, die Dauer der gesamten Entwicklung beträgt wenige Wochen. Wenn die Eier schlüpfen, kommen Wanderlarven, sogenannte "Crawler" zur Welt, die umherwandern und sich ihren Platz an der Pflanze suchen. Dabei werden geschützte Stellen bevorzugt. Deshalb wird der Befall häufig erst sehr spät entdeckt.
    Es gibt also 2 verschiedene Jungtier Formen: Die "Crawler" und die "lebend Geborenen".
    Wenn die Tiere ihren Platz gefunden haben, bilden sie Deckel oder Näpfe aus, die aus Larvenhäuten, Kotresten und anderen Substanzen bestehen, und bleiben an diesem Ort und saugen dort die Zellen aus.
  • Der frische Befall findet meist an der Rückseite der Phalaenopsis Blüte oder am Blütenstengel statt. Ursache hierfür ist wahrscheinlich die höhere Konzentration an Aminosäuren. Erst später verteilen sich die Tiere über die gesamte Pflanze, wobei junge, frische Blätter bevorzugt werden. Die Tiere saugen die Zellen leer, und scheiden dabei klebrigen Honigtau aus. Dieser wird anschließend meist mit Rußtau (Schwärezpilz) besiedelt.
    Die Blätter verfärben sich im Laufe der Zeit gelblich-rötlich, es tauchen Mißbildungen (Deformationen) und starke Wachstumshemmungen auf.
    Am häufigsten und schnellsten werden Phalaenopsis und Cattleya befallen, aber im Prinzip können die Tiere auf alle Gattungen überspringen.
    Die Tiere verstecken sich häufig unter Hüllblättern oder sitzen tief in den Blattscheiden, wo sie nur schwer zu bekämpfen sind. Auffällig ist ein verstärkter Befall bei Phalaenopsis währen der Blüteninduktion. Diese wird durch Temperaturabsenkung eingeleitet. Vermutlich führt dies zu einer Schwächung der Pflanze und begünstigt so ein Massenauftreten der Tiere.
  • a. biologisch:
    schwierig, gerade auf der Fensterbank. Da die Feinde der Napf- und Deckelschildläuse sehr spezifisch sind, muß zuerst genau anaylsiert werden, um welche Art es sich handelt. Das Verfahren ist aufwendig und teuer.
     
    b. mit Hausmitteln:
    Die Bekämpfung mit Hausmitteln ist recht einfach, aber setzt ein längeres Durchhaltevermögen voraus, da die Bekämpfung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muß. Absuchen der Tiere mit dem Zahnstocher oder Watterstäbchen ist sinnlos, da lediglich die erwachsenen Tiere erwischt werden, Jungtiere und Gelege werden verteilt.
    Wirksam ist das Beträufeln der befallenen Stellen mit einer Mischung aus Spiritus und Schmierseife (ca. 15g Schmierseife, 10ml Spiritus auf 1l Wasser). Bitte nur die befallenen Stellen mit dem Pinsel betupfen, da manche, besonders weichblättriege Pflanzen empfindlich reagieren können.
    Auch das regelmässige Bestreichen oder Betupfen der befallenen Stellen mit Ölen (Speiseöl, Neemöl) kann helfen. Dabei unbedingt Verträglichkeit testen, da nicht alle Pflanzen dies vertragen, auf gar keinen Fall befallene Pflanzen komplett mit ölhaltigen Mitteln einsprühen. Auch wenn es gelegentlich von den Pflanzen vertragen wird, so kommt es doch immer wieder zu Totalschäden.
     
    c. chemisch:
    Zur Verbeugung kann BiplantolContra XL gespritzt werden. Bei starkem Befall muß mindesten 3x im Abstand von 2 Wochen gespritzt werden, um die sich dem Entwicklungsstadium der geschlechtlichen Vermehrung anzupassen. Gleichzeitig muss wegen der Jungfernzeugung unbedingt zwischengespritzt werden. Zur Zeit (Dez. 2015) sind noch genug weniger gefährliche Mittel mit guter Wirksamkeit im Angebot. Bei hartnäckigem Befall empfehlen wir:
    Dr. Stähler Universal Insektizid Danadim Progress
    Bitte beachten Sie, das diesem Mittel die Gefahrensymbole Xn und N zugeordnet wurden, bitte lesen Sie unbedingt die Anleitungen, und befolgen Sie diese auch. Das Mittel ist nach unseren Erfahrungen sehr gut wirksam!
  • Bild 1: Napfschildläuse

    Bild 2: Napfschildläuse mit frischen "Crawlern"

    Bild 3: Napfschildläuse mit "Crawlern"

    Bild 4: tote Napfschildläuse mit abgetöteten "Crawlern"

    Bild 5: Napfschildläuse, die "Crawler" bilden neue Deckel

    Bild 6: Napfschildläuse an Blüten

    Bild 7: riesiges Auftreten von "Crawlern"

    Bild 8: Napfschildläuse auf Fensterbankorchidee

    Bild 9: alte Napfschildläuse, am Ende sind gerade frisch aus Junfernzeugung geschlüpfte Jungtiere zu sehen

  • Bild 1: nach Burbidge

    Bild 2: Lehthorion, ein Verdampfungsmittel Ende 19. Jahrhundert. Für seine Giftigkeit alleine spricht der Hinweis, das Gewächshaus bei Gebrauch gut abzusichern. Zu der Zeit war die Dichtigkeit der Holzgewächshäuser relativ gut.
    Bild 3: Nikotin, zum Verdampfen oder Spritzen. Wirkung garantiert.
    Bild 4: Eine Mischung auf Nikotin basierend. Wer weiß, in welchem Keller es hergestellt wurde, und was es wirklich enthielt. In manchen Mischungen war manchmal auch Blausäure und Strychnin enthalten.
    Bild 5: Auch Öle gegen die Plagegeister wurden verkauft, es finden sich aber auch immer wieder Berichte über Pflanzenschäden.