Schmierläuse

Die Schmierläuse (lat.: Pseudococcidae), wegen Ihrer wachsartigen Ausscheidungen auch häufig Wollläuse benannt, gehören zur Familie der Schildläuse.

Es gibt ca. 1000 verschiedene Arten, die sich in der Länge der Schwanzfäden und der Behaarung unterscheiden. Die Körperlänger reicht von 1mm bis 1cm. Die am häufisten in Europa vorkommenden Arten sind die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri) und die langschwänzige Schmierlaus (Pseudococcus longispinus).

Schmierläuse kommen weltweit vor. Grundsätzlich gibt es auch bei Ihnen Männchen und Weibchen, nach der Befruchtung im Frühjahr sterben die meisten Männchen, und die Weibchen bringen meistens wieder lebendige, bereits befruchtete Weibchen zur Welt. (Parthenogenese)

Typisch für die meisten Arten ist ein mehr oder weniger dichtes, wachsartiges, manchmal übelriechendes oder -schmeckendes Gespinst, dass die Tiere schützt.

Nur wenige Arten sind mobil unterwegs, die meisten Tiere leben stationär und bleiben an einer Stelle an der Wirtspflanze. Allerdings sind die Jungtiere sehr beweglich und suchen neue Standorte, bevor sie sich unter ihrem Gespinst festsetzen. Ein frischer Befall fängt meist an der Blüte hinten am Blütenstiel zuerst statt. Später wird dann auch die ganze Pflanze befallen. Am häufigsten findet man die Wolläuse auf hartlaubigen Pflanzen wie Phalaenopsis und Cattleya, erst bei sehr hohem Befallsdruck wechseln sie auch auf weichlaubige Pflanzen über.

Die Vermehrungsgeschwindigkeit ist sehr unterschiedlich, während manche Arten 1-2 Gelege im Jahr produzieren, können andere Arten durchaus alle 14 Tage ein Gelege bzw. Jungtiere zur Welt bringen.

Die Schädigung der Pflanze erfolgt durch das Leersaugen der Zellen, dabei werden gleichzeitg Sekrete an die Pflanzenzelle abgegeben, um die eigene Nahrungsaufnahme zu fördern.

Bekämpfung:

Biologisch:

Der australische Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri) und die Florfliege können gegen Schmierläuse eingesetzt werden. Bitte darauf achten, die Lebensbedingungen für diese Nützlinge zu erreichen.

Mit Hausmitteln:

Die Bekämpfung mit Hausmitteln ist recht einfach, aber setzt ein längeres Durchhaltevermögen voraus, da die Bekämpfung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muß. Absuchen der Tiere mit dem Zahnstocher oder Watterstäbchen ist sinnlos, da lediglich die erwachsenen Tiere erwischt werden, Jungtiere und Gelege werden verteilt.

Wirksam ist das Beträufeln der befallenen Stellen mit einer Mischung aus Spiritus und Schmierseife (ca. 15g Schmierseife, 10ml Spiritus auf 1l Wasser). Bitte nur die befallenen Stellen mit dem Pinsel betupfen, da manche, besonders weichblättriege Pflanzen empfindlich reagieren können.

Auch das regelmässige Bestreichen oder Betupfen der befallenen Stellen mit Ölen (Speiseöl, Neemöl) kann helfen. Dabei unbedingt Verträglichkeit testen, da nicht alle Pflanzen dies vertragen, auf gar keinen Fall befallene Pflanzen komplett mit ölhaltigen Mitteln einsprühen. Auch wenn es gelegentlich von den Pflanzen vertragen wird, so kommt es doch immer wieder zu Totalschäden.

Chemisch:

Zur Verbeugung kann BiplantolContra XL gespritzt werden. Die Duftstoffe verhindern, dass die Schmierläuse sich Ihre Orchideen als Futterpflanze suchen.

Bei leichtem Befall empfehlen wir den Einsatz von Lizetan Spray, bitte ganz kurz aus geringer Entfernung die befallenen Stellen einsprühen.

Bei starkem Befall sollte 3in1 Schädlingsfrei Lizetan zum Einsatz kommen.

Bilder von Schmierläusen

zum Vergrössern, mit dem Mauszeiger bitte über das Bild gehen.

  ausgewachsene Wolllaus auf Epidendrum Blüte. Die zahlreichen Jungtiere sind gut im Zoom zu sehen.
  kurzgeschwänzte Wollaus, rechts Jungtier unterwegs zu neuen Abenteuern
  ungeschwänzte Wollaus Art, rechts von der Mitte frisch geschlüpfte Jungtiere
  zerstörtes Nest mit geschlüpften Larven nach dem Spritzen

Für diese Behandlungsmethode aus dem Jahr 1848 übernehmen wir keine Haftung, können sie auch nicht empfehlen. Aber interessant, wie der Pflanzenschutz vor 160 Jahren aussah, und das möchten wir nicht vorenthalten.